Motorradunfall in Vietnam

In Quan Ba, einem kleinen Dorf im Norden Vietnams, trafen wir auf diese junge Dzao Dame, die sich nur humpelnd und mit einem Stock fortbewegen konnte. Sie hatte eine schmerzhafte Wunde am Fuß, die mehr oder weniger hygienisch mit einer Art Blätter-Verband verbunden war. Mit stereotypem Blick betrachtet hatte man das Gefühl, wirklich jenseits dessen angekommen zu sein was wir als „Zivilisation“ bezeichnen: Die traditionelle Kleidung der Frau, der Stock, die Versorgung der Wunde…man stelle sich direkt vor, wie sie bei der Feldarbeit verunglückt oder Ähnliches….aber wie sagt man so schön: „Reisen ist tödlich für Vorurteile“! Es stellte sich heraus, die Verletzung war Folge eines Motorradunfalls. Denn egal wie weit man sich in Vietnam von der „Zivilisation“ weg bewegt, es gibt 2 Dinge auf die man immer treffen wird: Mopeds und W-LAN.

Das Portrait an sich sowie die Hand sind mit Faber Castell Polychromos entstanden. Der Hintergrund war mein erster Versuch mit PanPastel Farben. Wenn man die Arbeit mit normalen Pastellkreiden gewohnt ist, ist man positiv überrascht über die tolle Sättigung der PanPastels. Der Auftrag mit dem Schwamm ist easy – ein bisschen Ausprobieren musste ich, um den Hintergrund (das Bokeh) weich und ohne Kanten hinzubekommen. Bin noch nicht 100pro zufrieden, ist noch ausbaufähig. Total angenehm an der Arbeit mit den PanPastels: Man kann die Farben direkt in den Pfännchen mischen! Dabei ist es quasi unmöglich, die ursprüngliche Farbe zu „versauen“ oder zu verunreinigen. Ein- bis zweimal mit dem Schwamm abziehen und die Farbe ist wieder rein – sehr cool!

Die PanPastels halten auch besser auf diesem hier genutzten serh glatten Papier als normale Pastellkreiden. Trotzdem habe ich das abschließend fixiert.

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Ein Sadhu auf der Straße

Man hat ja sicherlich schon gemerkt, dass mich die Sadhus aus Nepal mit der bunten Gesichtsbemalung und den leuchtenden Kopftüchern etwas beschäftigt haben. Dieses Jahr habe ich mich daher entschieden, den Herrn der mich die letzten Monate begleitet hat, auf die Straße zu bringen!

Mit einer Mischung aus Pigmenten, Jaxell Pastellkreide und Kinderkreide 🙂 Ist in 2 Tagen (21 Stunden effektive Mal-Zeit mit einigen Regen-Unterbrechungen) das Bild entstanden.  Ganz unten gibt’s noch ein Video vom Entstehungsprozess 🙂

 

Begleitet von einem Sadhu (Teil 2)

Ende 2015 hatte ich das große Glück, das wunderschöne Nepal besuchen zu dürfen.

Neben der unglaublichen Kulisse des Himalays und den freundlichen Menschen, haben mich persönlich vor allem die Farben begeistert! Holi-Pulver, bunte Saris und Sadhus in leuchtend gelb-orangen Kutten mit wunderschöner Gesichtsbemalung.

Den Herrn, der mich über die letzten 6 Monate begleitet hat, trafen wir auf dem Patan Durbar Square im Kathmandu-Tal an.

Das Bild entstand über einen Zeitraum von ca. 6 Monaten mit Faber Castell Polychromos. Einmal gab es einen unglücklichen Unfall mit Wasser, aber das (halb fertige) Bild konnte Gott sei Dank gerettet werden 🙂 Die Fotos unten sind bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen entstanden, daher wirken die Farben unterschiedlich. Die beiden letzten Bilder sind tageslicht und recht originalgetreu.

Hat Spaß gemacht 🙂

 

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Erste Schritte

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Die Haare waren sehr anstrenged. Wurden mit einer Mischung aus Deckweiß und Präzisionsradierer gemacht

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noch mehr Haare…

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Einmal im Tages-Sonnenlicht

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Hängt!

Fernweh im Regen

Letztes Wochenende sind in Geldern wieder die Straßenmaler an den Start gegangen und trotz widriger Wetterbedingungen waren wir natürlich mit dabei.

Das Motiv war eine Collage aus Reisefotos meiner lieben Kollegen bei Entdeck die Welt aus Oberhausen und Amsterdam und erlaubte eine nette Mischung aus „Zeichnen“ und „Malen“ – also „filigrane Feinarbeit“ und „druff mit der Farbe“. Angesichts des Wetters wurde es aber eher ein „druff mit der Farbe, bevor es wieder regnet“, wo dann abwechselnd jeweils eine von uns den Pavillon festhalten musste, weil es zudem noch ziemlich gestürmt hat. Muss man ja auch mal mitgemacht haben – nicht! Jedenfalls bin ich angesichts der Umstände mit dem Ergebnis ganz zufrieden (ich glaube/hoffe, Steffi, du auch :)) und ich muss gestehen, beim Portrait bin ich auf den Geschmack gekommen ;-).

Achso, witziges Detail am Rande: mit dem Koffer hatte ich mir eigentlich in den Kopf gesetzt, mal ein 3D-Element mit der aktuell viel eingesetzten längenanamorphotischen Verzerrung (ich hoffe, ich habe das richtig geschrieben) auszuprobieren. Ich war positiv überrascht und gleichzeitig ein wenig enttäuscht wenn die Leute vorbei strömten und meinten „Boah, guck mal der Koffer“ – während wir dem Wetter trotzend künstlerische Feinarbeit am restlichen Motiv leisteten. Nächstes Mal also vielleicht besser nur der Koffer?