Die Dame aus Indien – diesmal in groß!

Meine Dame aus Jaipur hat es letztes Wochenende auf die Straße geschafft!

Bei wunderschönem Wetter ist sie in knapp 25 Stunden Malzeit auf ca. 2 x 2 Metern entstanden.

Es folgen Bilder vom Prozess und ein Timelapse Video 😉

 

Timelapse Video:

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Ein Sadhu auf der Straße

Man hat ja sicherlich schon gemerkt, dass mich die Sadhus aus Nepal mit der bunten Gesichtsbemalung und den leuchtenden Kopftüchern etwas beschäftigt haben. Dieses Jahr habe ich mich daher entschieden, den Herrn der mich die letzten Monate begleitet hat, auf die Straße zu bringen!

Mit einer Mischung aus Pigmenten, Jaxell Pastellkreide und Kinderkreide 🙂 Ist in 2 Tagen (21 Stunden effektive Mal-Zeit mit einigen Regen-Unterbrechungen) das Bild entstanden.  Ganz unten gibt’s noch ein Video vom Entstehungsprozess 🙂

 

Fernweh im Regen

Letztes Wochenende sind in Geldern wieder die Straßenmaler an den Start gegangen und trotz widriger Wetterbedingungen waren wir natürlich mit dabei.

Das Motiv war eine Collage aus Reisefotos meiner lieben Kollegen bei Entdeck die Welt aus Oberhausen und Amsterdam und erlaubte eine nette Mischung aus „Zeichnen“ und „Malen“ – also „filigrane Feinarbeit“ und „druff mit der Farbe“. Angesichts des Wetters wurde es aber eher ein „druff mit der Farbe, bevor es wieder regnet“, wo dann abwechselnd jeweils eine von uns den Pavillon festhalten musste, weil es zudem noch ziemlich gestürmt hat. Muss man ja auch mal mitgemacht haben – nicht! Jedenfalls bin ich angesichts der Umstände mit dem Ergebnis ganz zufrieden (ich glaube/hoffe, Steffi, du auch :)) und ich muss gestehen, beim Portrait bin ich auf den Geschmack gekommen ;-).

Achso, witziges Detail am Rande: mit dem Koffer hatte ich mir eigentlich in den Kopf gesetzt, mal ein 3D-Element mit der aktuell viel eingesetzten längenanamorphotischen Verzerrung (ich hoffe, ich habe das richtig geschrieben) auszuprobieren. Ich war positiv überrascht und gleichzeitig ein wenig enttäuscht wenn die Leute vorbei strömten und meinten „Boah, guck mal der Koffer“ – während wir dem Wetter trotzend künstlerische Feinarbeit am restlichen Motiv leisteten. Nächstes Mal also vielleicht besser nur der Koffer?

 

Lauft ihr über Kreidebilder?

Gestern fiel mir auf, dass ich beim Spazieren über den Gehsteig in unserem Wohngebiet einen großen Bogen um ein unbeaufsichtigtes Kinder-Kreidekunstwerk gemacht habe (habt ihr früher auch eure Wunschhäuser mit Einrichtung auf der Straße skizziert? Genau so eins.).

Erst als ich quasi auf der Flucht um das Bild herum vor einem Vorgarten stand und nicht weiterkam, musste ich doch zwangsweise darüber nachdenken, warum ich nicht einfach – so wie traurigerweise die meisten anderen Passanten – drüber gelaufen bin.

Ich bin seit meiner Kindheit Straßenmalerin und habe Jahre damit verbracht, mich über ignorante Fußgänger und Fahrradfahrer zu ärgern, die nichts besseres zu tun haben, als über meine Bilder zu laufen.

Ok, kann man jetzt sagen, wenn man halt den Bürgersteig damit zukleistert, dann darf man sich auch nicht wundern. Aber mal ehrlich, bei einem Wettbewerb, wo hunderte von Leuten zwei Tage lang an den unterschiedlichsten Kunstwerken arbeiten, da kann man doch ein wenig sensibler sein, oder? Realität ist: Bei den Bildern der Meisterklasse trauen sich das die meisten auch nicht; wenn zwischen ihnen und ihrem Ziel (z.B. ein Schaufenster) aber ein „einfaches“ Bild von einem Kind steht, kann man ruhig darüber laufen. Und so etwas regt mich auf! Hat denn nicht jede/r, der sich so einer Aufgabe stellt, die gleiche Anerkennung verdient? Einfach über ein Bild zu laufen ist meiner Meinung nach nicht nur faul sondern respektlos gegenüber der Person, die sich so viel Arbeit damit gemacht hat – egal in welchem Alter und wie schön und/oder anspruchsvoll das Bild ist.

Und wenn Kinder Zeit draußen verbringen, um ihre Traumhäuser auf die Straße zu malen (statt z.B. vor dem Fernseher zu hängen), dann ist das doch gerade heutzutage schon so erfreulich, dass man einen kleinen Umweg gern in Kauf nimmt.