Ein Sadhu auf der Straße

Man hat ja sicherlich schon gemerkt, dass mich die Sadhus aus Nepal mit der bunten Gesichtsbemalung und den leuchtenden Kopftüchern etwas beschäftigt haben. Dieses Jahr habe ich mich daher entschieden, den Herrn der mich die letzten Monate begleitet hat, auf die Straße zu bringen!

Mit einer Mischung aus Pigmenten, Jaxell Pastellkreide und Kinderkreide 🙂 Ist in 2 Tagen (21 Stunden effektive Mal-Zeit mit einigen Regen-Unterbrechungen) das Bild entstanden.  Ganz unten gibt’s noch ein Video vom Entstehungsprozess 🙂

 

Musiklegenden verewigt

Auf unserer Tour quer über die Insel Teneriffa haben wir natürlich auch am Auditorio de Tenerife halt gemacht. Leicht schrullig angehaucht, hat das bekannte Gebäude den Kampf um meine Aufmerksamkeit leider gegen die Uferbefestigung rund um den Vorplatz verloren.

Hier wurden von – so vermute ich – unterschiedlichen Künstlern diverse Musiklegenden auf den Wellenbrechern verewigt – von Klassik bis Rock.

Straßenmaler 2013

Muskelkater und Rücken – nur ein Ergebnis dieses Wochenendes. Dieses Mal haben wir uns eines surrealistischen Werkes von Daniel Chiriac angenommen. Nach längerem Suchen und einigen Diskussionen haben wir den Titel „Facade and Masquerade“ ausfindig machen können – ich hoffe immer noch, dass wir damit richtig liegen, denn der Meister selbst hat den Titel auf seinen Seiten leider nicht vermerkt. Jedenfalls haben wir zwei Tage lang dem Regen und der Kälte (ja, tatsächlich) getrotzt und dies ist das Ergebnis.

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Straßenmaler-Packliste: Die wichtigsten Utensilien für die Straße

Vergesst die Festival-Packliste, hier kommen die wichtigsten Dinge, die Straßenmaler für ein zweitägiges Abenteuer auf der Straße benötigen (Ergänzungen sind herzlich erwünscht):

  • Alte (!!!) Klamotten – Wer nicht dreckig wird, der will nur angeben
  • Besen – zur Reinigung der Malfläche
  • Folie – zum Abkleben über Nacht (lieber in feste Malerfolie investieren)
  • Gefäße – in allen Größen und Formen, werden einfach immer benötigt (für Wasser, Kreide, zum Einfangen von Spinnen und zum Abkleben des Bildes)
  • Haarspray für die Fixierung zwischendurch
  • Hut – wer bei idealen 30 °C ohne Schatten keinen Koller erleiden will, sollte sich etwas über den Kopf ziehen
  • Kreide – versteht sich von selbst, oder?
  • Kreppklebeband – zum Abstecken des Reviers und zum Befestigen von Folie
  • Maßband/Zollstock – zum Vermessen der Malfläche und ggf. zum Übertragen eines Gitterrasters
  • Pastellkreide – schöner, ergiebiger und strahlender als normale Straßenkreise, also unbedingt zu empfehlen
  • Pigmente – strahlend schöne Farben zum Pinseln selbst herstellen (auch toll für die Grundierung geeignet)
  • Pinsel – zum Auftragen von flüssigen Farben (z.B. angerührte Pigmente)
  • Schnur – zum Zirkeln von Kreisen und zum Übertragen von Gitterrastern (für letzteres ist eine Schlagschnur die bequemere, aber auch etwas teurere Variante)
  • Sonnenschirm – leider nicht überall möglich, aber ein schöner Ersatz für den Hut
  • Spachtel – zum Bereinigen der Malfläche von Kaugummis und anderen störenden Sachen
  • Thermoskanne mit Kaffee/Tee/Kakao für die ersten kalten Stunden vor 7:00
  • Unterlage – für die Knie und gegen Blasenentzündungen eignen sich wunderbar Fetzen von alten Isomatten
  • Waschpaste – für nachher und zu Hause, falls man am Montag seine Hände (z.B. auf der Arbeit) wieder benötigt
  • Zucker (noch besser: Puderzucker) zum Anrühren der Pigmente (sonst verbinden sie sich nur schlecht oder gar nicht mit Wasser)

Lauft ihr über Kreidebilder?

Gestern fiel mir auf, dass ich beim Spazieren über den Gehsteig in unserem Wohngebiet einen großen Bogen um ein unbeaufsichtigtes Kinder-Kreidekunstwerk gemacht habe (habt ihr früher auch eure Wunschhäuser mit Einrichtung auf der Straße skizziert? Genau so eins.).

Erst als ich quasi auf der Flucht um das Bild herum vor einem Vorgarten stand und nicht weiterkam, musste ich doch zwangsweise darüber nachdenken, warum ich nicht einfach – so wie traurigerweise die meisten anderen Passanten – drüber gelaufen bin.

Ich bin seit meiner Kindheit Straßenmalerin und habe Jahre damit verbracht, mich über ignorante Fußgänger und Fahrradfahrer zu ärgern, die nichts besseres zu tun haben, als über meine Bilder zu laufen.

Ok, kann man jetzt sagen, wenn man halt den Bürgersteig damit zukleistert, dann darf man sich auch nicht wundern. Aber mal ehrlich, bei einem Wettbewerb, wo hunderte von Leuten zwei Tage lang an den unterschiedlichsten Kunstwerken arbeiten, da kann man doch ein wenig sensibler sein, oder? Realität ist: Bei den Bildern der Meisterklasse trauen sich das die meisten auch nicht; wenn zwischen ihnen und ihrem Ziel (z.B. ein Schaufenster) aber ein „einfaches“ Bild von einem Kind steht, kann man ruhig darüber laufen. Und so etwas regt mich auf! Hat denn nicht jede/r, der sich so einer Aufgabe stellt, die gleiche Anerkennung verdient? Einfach über ein Bild zu laufen ist meiner Meinung nach nicht nur faul sondern respektlos gegenüber der Person, die sich so viel Arbeit damit gemacht hat – egal in welchem Alter und wie schön und/oder anspruchsvoll das Bild ist.

Und wenn Kinder Zeit draußen verbringen, um ihre Traumhäuser auf die Straße zu malen (statt z.B. vor dem Fernseher zu hängen), dann ist das doch gerade heutzutage schon so erfreulich, dass man einen kleinen Umweg gern in Kauf nimmt.